Gettossäuberung!

Barry Lyndon nicht nur als eine bloße Roman- oder Filmfigur, sondern als das Symbol jener Welteinsamkeit, jenes Existenzkampfes und jener Schicksalsironie, wobei der unebenbürtige und durch den Zufall im Gebiet der Mächtigen gelandete Herumtreiber seine Unpassendheit, sein Außenseiter-Dasein, seine neiderregende Willensstärke und Stolzgröße aber auch seine äußerliche und mit der Kraft der Jugend versehene Überlegenheit durch Ressentiment, Feindseligkeit und Boykott seitens derjenigen büßen muss, die per Definitionem überlegen sind und es sein müssen. Das "Wegschicken" von Barry is also kein Ergebnis von seinen eigenen Verstoßen gegen den damaligen "political correctness"-Scheiß, sondern das unvermeidbare Resultat von einer internen Säuberung des Gettos, wobei man wieder ruhig atmet und sich denkt: Wir haben uns seiner entledigt"!

Exception italienne!

Der Mensch ist vielmehr wie ein Obst oder eine Pflanze als wie ein Tier und er wird vom bitteren Tod weh- und weggepflückt, nachdem er erst süß und reif geworden ist! Das haben Italiener mit Arcimboldos "Vier Jahreszeiten" besser verstanden als die Griechen damals mit ihrem "animal rationale", der den Menschen in seinem aktuellen Dasein zu beschreiben versucht unberührt vom Tod, unabhängig von seiner schicksalhaften Zeitlichkeit! 

Weg und Weh

"Heute ist weder der Anfang noch das Ende der Welt,
Oh es sind viel Weh und Freude hinter dem Vorhang verdeckt,
Wenn du der Mensch des Weges bist,
Lass dich weder die Entfernung noch die Verspätung härmen,
Du weißt, dass die Ankunft eine Laufkunst der Zeit ist,
Du bist der Schüler der Liebesschule,
Siehe, dass in jedem Schritt eine Spur von deinem Blut ist".

Hushang Ebtehaj (Sâyeh), Übersetzt von M. P. T.

Die Logik des freien Menschen

Die Logik des freien Menschen: Eine Logik der grünen Wiesen, der weiten Äcker und der ungeduldigen Reisfelder! Und seine Wahrheit eine adequatio luscinia et floris an einem Sommermorgen!

Mensch oder Dichter?

Was ist der Mensch? Ein Moment vor der Ewigkeit des Lebens! Und was ist ein Dichter? Ein Stück von dieser Ewigkeit im Herzen dieses Momentes!

Philosophenbedauern II

Der Philosoph kann nur ein Einziges bedauern: Nicht imstande zu sein, zu dichten, zu komponieren oder zu malen, um über jedwedes Verstehen-wollen oder Nicht-verstehen-wollen hinwegzukommen!

Philosophenbedauern I

Das Einzige Bedauerliche an der Philosophie: Die Angewiesenheit auf die Sprache als das Gemeingut der Menschheit, die erst verstanden werden muss. Was für eine Banalität!

Sokrates' Koneion

Sokrates' Verrat in der Geschichte bestand nicht nur darin, dass er den Rücken seiner eigenen Geschichte durch die Abschlachtung alles Tragischen gebrochen hat, sondern dass er auch das Schicksal der Philosophie als Höchststand des menschlichen Denkens durch die Einführung seiner idiotischen Dialektik mit der Akzeptanz, Bewilligung und Bestätigung des Denkthemas bzw. -vorgangs seitens der umstehenden Leute, die sehr oft keine Ahnung von all dem hatten, verbunden hat, damit die Philosophie das wird, was sie jetzt hauptsächlich ist: einseitig, unfrei und untragisch!

Die ganze Kunst der Liebe besteht in der Kontinuität, in der Fortsetzung des zweisamen Schicksals!