Die ganze Kunst der Liebe besteht in der Kontinuität, in der Fortsetzung des zweisamen Schicksals!

Der höchste Wahnsinn ist kein agierender, sondern ein dem Wahnsinn selbst zuschauender und ihn erfassender!

Das Wesen der Schauspielkunst als zeigendes Können eines X-seins nach dem Prinzip: Schauen Sie mich an, wie ich jedes X bin! 

Die Frau als Frage! Und diese Frage nicht nur nach der Wirklichkeit eines weiblichen Daseins, nach dem, was es ist, sondern auch nach seiner Möglichkeit, nach dem, was es sein kann. 

Der Mensch als Bio-Produkt mit einer relativ langen Mindesthaltbarkeit zwischen durchschnittlich 70 und 80 Jahren!

Der Gegensatz der Moderne: Die Regulierung von allem auch vom Denken. Apriori ist vorauszusagen, dass man mit der Regulierung des Denkens dies wohl vereinfacht, indem man es aber zu einer Impotenz bringt.

 Wir sind nicht bloß das, was wir sind. Wir sind auch das, was wir nicht sind!

Orientalisierung Deutschlands (II): Man bestimmt Eifersucht als Mordmotiv vieler deutschen Kriminalfilme und vergisst dabei, der moderne Mensch agiert im Rahmen seiner Weltvernunft nicht einmal aus Wut heraus, geschweige dass er jemanden aus Eifersucht tötet!

Die Gerechtigkeit als Ästhetik der Macht: Die Macht ist nur dann schön, wenn sie mit Gerechtigkeit betrieben wird, sonst ist sie nichts anderes als "Cäsarenwahnsinn", als Leidquelle der Menschheit.  

Die erfolgreiche Handlungsweise jedes Totalitarismus: Die Entbanalisierung des Banalen, die Entselbstverständlichung des Selbstverständlichen (in erster Linie der Freiheit), um aus dem Banalen, aus dem Selbstverständlichen einen radikalen Akt zu erschaffen, worum man nun kämpfen und für wessen Setzung man seine ganze Kraft verlieren muss, damit keine Kraft mehr übrig bleibt, um den Totalitarismus selbst zu bekämpfen.

Der Horrorfilm als Verspottung der Angst durch die Angst, als Realisierung der Furcht durch deren Vortäuschung, durch deren Idealisierung. Die Produktion des Horrorfilms bedeutet nichts anderes als die Vollendung der abendländischen Zivilisation, als das Werk des Menschen, der nicht nur keine Angst mehr hat, sondern sie unterhaltungshalber fingiert. 

Im Zusammenhang mit meiner Berufsontologie: Das Sekretärendasein als enttäuschtes Dasein und die Enttäuschung durch ein spielerisches Rauslassen an Kunden ausdrückendes Dasein. 
"Ich habe keine Motivation mehr, weiterzumachen. Das mache ich aus Zwang. Wo immer diese Geschichte zu Ende geht, bin ich zufrieden. Das Leben ist in Erscheinung getreten. Seine Bitternisse sind in Erscheinung getreten. Es hat sich entschleiert. Es gibt keinen Grund mehr, weiterzumachen. Für einen entwaffneten Menschen wie mich, für einen Verlierer wie mich in dieser Welt, der nichts mehr zu tun hat als zu sitzen und all diesem Dreck zuzusehen, indem du nichts tun kannst - du schämst dich, dich vor dem Spiegel anzuschauen und dir zu denken, ich schreibe eine Melodie. Wozu überhaupt, eine Melodie zu schreiben? Wer bin ich überhaupt?", Mohsen Namjoo im Interview mit MBC Persia
"Abolhasan Kharaghani war eines Nachts beten. Im Gebet kam eine Stimme: 'Abolhasan, willst du, dass ich dem Volk alles verrate, was ich von dir weiß, damit sie dich steinigen?', sagt die Stimme. 'O Gott, erwidert Abolhasan, willst du, dass ich dem Volk alles verrate, was ich von deiner Großzügigkeit sehe und von deiner Barmherzigkeit weiß, damit sie nie wieder zu dir beten?'. 'Weder du noch ich', antwortet die Stimme", Fariduddin Attar-e Neyschaburi, Tadhkirat al-Auliya, Hrsg. von M. Shafiee Kadkani, Bd. 1, S. 728, Übersetzung aus dem Persischen von M.P. Tochahi

Der Iraner als der die ganze alte Welt Prägende und die Prägung Regierende kann immer noch nicht wahrhaben, man hat die neue Welt erschaffen, ohne ihn dabei gefragt zu haben. Er ist unfähig unbeteiligt zu sein und durch seinen Schöpfungswillen gehemmt, zuzuschauen.

Ein bescheidener Mann, der selbstvergessen tanzt, begeistert eine Frau mehr als ein Mann, der sehr viel weiß.

"Auf allem könnte man schreiben bis auf dem Wasser. Gehst du am Meer vorbei, schreibe auf dem Wasser mit deinem eigenen Blut, bis jener, der nach dir am Meer vorbeigeht, weiß: Verliebte, Verbrannte und Betrunkene sind vorbeigegangen", Fariduddin Attar Neyschaburi, Tadhkirat al-Auliya, Kapitel über Abu al-Hassan al-Kharaqani, Hrsg. von M. Shafiee Kadkani, Bd. 1, S. 757, Übersetzung aus dem Persischen von M. P. Tochahi 

Und warum ist das Böse intelligent und das Gute naiv?

Was ist das Böse? Das Böse ist jene Überzeugung oder jene Schein-Überzeugung, an deren leidzufügenden Waltungs- und Aktionsweise keine Wahrheit ändert.

Im Zusammenhang mit meiner Idee einer Berufsontologie: Der Berufstätige lässt die Zeit auf zweierlei Weise schneller vergehen: Als Selbständiger durch die Verwicklung bzw. Auflösung in der Jeden-Tag-Arbeit und die Nivellierung der Zeitempfindlichkeit in der Befolgung des täglichen Arbeitszwanges und als Angestellter dadurch, dass man jeden Monat auf dessen Ende wartet, bis das Gehalt auf dem Konto eintrifft!

Die ganze Kunst der Liebe besteht in der Kontinuität, in der Fortsetzung des zweisamen Schicksals!